Monthly Archives: April, 2013

Ein Professor oder kein Professor, das ist hier die Frage

Herr Frank Maria Wiedenmann schmückt sich schon seit vielen Jahren mit einem Professorentitel. Dabei fragen sich viele Menschen, wie er diesen Titel erworben hat.

Ein Blick auf seine Homepage erlaubt immerhin die klare Zuordnung: Dieser Professorentitel stammt aus China, wo er laut einem Artikel aus dem Jahr 2007 (BEST – Berufs-Elite-Schule & Training, Seite 12) auch mindestens einen Lehrstuhl gehabt haben soll. In einem weiteren Artikel (http://www.made-in-quality.com/so_you_want.html) lesen wir unter Referenzen in Originalschreibweise:

01.09.1995 Aufbau von Lehstühlen Marketing Quingdao, China

Professur an der Qingdao University und Ocean University“

Das wären also schon zwei Professuren, oder ist das eine Universität? Die Lehrstühle sind jedenfalls in der Mehrzahl.

Was kümmert es einen, daß man in Deutschland eigentlich Professor (VCR) hätte schreiben müssen, woran dann aber leider Jedermann erkennen kann, daß der Titel „Made in China“ ist.

Und woher hätte ein Herr Frank Maria Wiedenmann das wissen sollen? Er war ja „nur“ seit 1975 im Bildungsbereich tätig, z.B.„20 Jahre Chairman of the Board der größten europäischen privaten Erwachsenenbildungseinrichtung und seit 15 Jahren ist er Vorsitzender des Prüfungsausschusses IHK für München und Oberbayern und kann die vielfach in einem langen Berufsleben erworbenen Kenntnisse der Erwachsenenberufs- und -Weiterbildung in besonderer Weise in das Projekt einbringen. (BEST – Berufs-Elite-Schule & Training, Seite 12 aus dem Jahr 2007)“.

Von weiteren Projekten im Bildungsbereich reden wir hier noch gar nicht. Über das „Qualitätssiegel gutes Lernen“, können Sie hier ein wenig mehr lesen: Qualitätssiegel gutes Lernen

Also steht fest, wir sind ein Chinesischer Professor. Aber welcher Art?

Ein akademischer Titel scheidet leider dadurch aus, daß Herr Frank Maria Wiedenmann weder an einer anerkannten Hochschule  studiert hat, noch ein Abiturzeugnis sein eigen nennt.

Es bleiben drei Möglichkeiten: Es ist ein Prof. (VCR) h.c. (honoris causa), also ehrenhalber, oder ein Gastprofessor auf Zeit, oder aber ein Honorarprofessor. Alles müsste man eigentlich ebenfalls in Deutschland angeben. Aber woher hätte er das wissen sollen, siehe oben? Und ein Gast- bzw. Honorarprofessor müsste eigentlich lehren, oder zumindest länger gelehrt haben, oder? Und zwar an der Universität die ihn verliehen hat? Wenn man aber in Deutschland lebt, kann man überhaupt als Gastprofessor oder Honorarprofessor in China arbeiten?

So viele Fragen und leider keine Antworten. Vielleicht bekommt ja einmal jemand die Urkunde zu dem Titel zu sehen und dann wissen wir mehr.

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Why has been a small Swiss style house in Munich named „Lola Montez house“?

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königlich...

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königliches Liebesnest“, ein kleines Gebäude im Schweizer Landhausstil am Isarhochufer im Münchner Stadtteil Harlaching (Photo credit: Wikipedia)

No, not as you might think. No, not as proclaimed everywhere. That would be way too simple.

The notorious dancer and impostor Lola Montez has never set her foot into that house.

When she twisted king Ludwig I. around her little finger, among others gifts she also received a house in the Barer street No. 7, where he used to visit her quite often. Also when she had to flee Munich, it was not the
Swiss style house in the Menterschwaige where she stayed overnight.
According to her letter dated February 11th, 1848 to the king, she slept one night in a guesthouse in Großhesselohe which is on the other side of the river Isar. For the 2nd night she stayed in the Blutenburg Castle and moved on to Lindau and from there to Switzerland.

She couldn’t have stayed in the little Swiss style house, nor ever meet her king Ludwig there. Why not? It wasn’t there yet. Due to the historical building atlas of the Munich Council, the Swiss style house has been built at the earliest in 1858, while Lola Montez had to leave Munich forever ten years before in 1848.

As suggested by a commentary to an interesting lawsuit from April 1st, 2010 dealing with oversized cork fee, the little Swiss style house has indeed been named after Lola Montez due to her habit of twisting the truth.

Why however, – so asks the curious reader – anybody should undertake such efforts to build up a legend?

Right, you are already sensing it. The answer may be found in another article in the ‘Süddeutsche Zeitung’ from September 6th, 2012: “Also the current owner Frank Wiedenmann, who lavishly renovated the property in 1998/99 with great concern to the details in the style of 1850 is feeding this story. Critics presume that the businessman is mostly interested in the profitable lease for private events.”

Sources:

Bookby Dorle Gribl: Harlaching und die Menterschwaige – Vom Edelsitz zur Gartenstadt. Buchendorfer, München 2004, ISBN3-937090-05-3, pages 178–181

ArticleDon’t worry about me“ in Süddeutschen Zeitung from 04.11.2011 http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1227511

Article „Lebenslandschaft Münchner Süden“ in Süddeutschen Zeitung from 03.01.2013 http://www.gartenstadt-harlaching.de/inhalte/presse/sz_03-01-13_r9.pdf

Letter by the Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege to the Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung from 01.07.1988

AG München, Court decision from 1. April 2010, File reference 453 C 20895/09 http://openjur.de/u/483695.html

The special case „Wedding in the „King’s love nest“ http://www.iww.de/mk/archiv/der-besondere-fall-hochzeit-im-koeniglichen-liebesnest-f17063

Article „Legend of the Lola-Montez-House“ in Süddeutschen Zeitung from 06.09.2012

2012-09-06 SZ_LMH Legende

Erstanwender nimmt sich drei verschiedene Partner – 1983

 

Es geht um die Frage, wer für den Zusammenbruch der von Erstanwender Sight &
Sound Erste Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden, München,
georderten Individual- und Standardsoftware verantwortlich ist: …

Deutsch: Justitia auf Deutschlandkarte

Deutsch: Justitia auf Deutschlandkarte (Photo credit: Wikipedia)

Nach Angaben von DRO-Chef Ott präsentierte Sight & Sound-Geschäftsführer Frank
Wiedenmann mit Axel Marfels überraschend einen neuen DV-Projektleiter. Dieser habe sogleich dafür plädiert, weitere, noch nicht einmal von seiten seines Hauses definierte Aufgaben in das Anwendungshandbuch einzubeziehen. …

Der Leiter der Münchener Wang-Dependance, Dr. Ott, der sich nach eigenem Bekunden
als Moderator versuchte, meint dagegen in Übereinstimmung mit msg, Sight & Sound sei Schuld an der verfahrenen Situation, da das Unternehmen Anforderungen und Ansprechpartner in der wichtigsten Phase geändert habe. Die DRO hält das Verhalten von Sight & Sound für fragwürdig.“

Quelle:

Artikel „Statt der DV läuft jetzt der Streit vor Gericht“ in der Computerwoche vom 25.03.1983 

http://www.computerwoche.de/a/statt-der-dv-laeuft-jetzt-der-streit-vor-gericht,1178059

Qualitätssiegel gutes Lernen – 1998 Zwei Unterlassungserklärungen

Am 20.02.1998 erschien ein Artikel unter dem Titel „Weiterbildung unter der Lupe“.

Ein Arbeitskreis in München testet Weiterbildungsinstitute auf Herz und Nieren. “Nirgendwo gibt es so viel Scharlatanerie wie in der Weiterbildung”, wettert Frank Maria Wiedenmann, Mitbegründer des Münchner Arbeitskreises “Qualitätssiegel Gutes Lernen”. Die Initiative, geleitet von drei ehemaligen Dozenten aus der Erwachsenenbildung, betrachtet es als Aufgabe, die schwarzen Schafe aus der Masse des Angebots herauszufinden. …

So erfand Frank Maria Wiedenmann 1998 das “Qualitätssiegel gutes Lernen”, und die Presse lobte die Initiative. Aber die Prüfkriterien waren läppisch, die Preise für das Siegel hoch. Es folgten zwei Unterlassungserklärungen von der Zentrale zur Bekämpfung von unlauterem Wettbewerb, bis der Werbefachmann mit Professorentitel seine clevere Geschäftsidee einstellte.

So bleibt leider vieles ungeklärt. Zum Beispiel, woher der Werbefachmann seinen Professortitel hat oder was die „THINKTANK Corporation, New York“ ist, als dessen Präsident Wiedenmann angeblich im Who’s who geführt wurde.“

Quellen:

Buch von Bärbel Schwertfeger; Die Bluff-Gesellschaft, ISBN-13: 978-3527500383, Verlag: Wiley-VCH; Auflage: 1, 2002, Seiten 167-168 (http://de.scribd.com/doc/28572759/Die-Bluff-Gesellschaft)

Weiterbildung unter der Lupe, Seite 42 http://www.genios-fachpresse.de/artikel,WUV,19980220,weiterbildung-unter-der-lupe,0298200140.html

Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 6. Juni 1998

Artikel „Qualitätssiegel Gutes Lernen eingestellt“ im Training aktuell 07/98 vom 07.07.1998 http://www.managerseminare.de/ta_News/Qualitaetssiegel-Gutes-Lernen-eingestellt,78047

Artikel Die Bluff-Gesellschaft: “Oh, Sie sind ein Apfelsaft-Typ” im Spiegel vom 12.11.2002 http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/die-bluff-gesellschaft-oh-sie-sind-ein-apfelsaft-typ-a-220656.html

Welterbe-Titel Prozess – 2008

Die Namensrechte steht nach Ansicht der Familie einzig und allein den Fuggern zu. Wiedenmann solle die Rechte zurückgeben, die Gebühren für die Eintragung würden ihm erstattet.

Der Professor aber forderte eine höhere Aufwandsentschädigung.

In einer Auflistung, die der AZ vorliegt, sind von rund 30 000 Euro die Rede – mehrstündige Informationsgespräche, Zugfahrten und Telefonate inbegriffen.

“Da drängt sich bei uns der Verdacht auf, dass es Herrn Wiedenmann nur darum ging, Kapital aus der Sache zu schlagen”, sagt Jurist Mayer.


Fugger ziehen für ihren Namen vor Gericht – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Fugger-ziehen-fuer-ihren-Namen-vor-Gericht-id4542541.html

Die Fugger’schen Stiftungen nahmen sich einen Anwalt, man zog vor Gericht, obwohl dies eigentlich völlig unnötig war…“

Christoph Fugger, by Christoph Amberger, 1541 ...

Christoph Fugger, by Christoph Amberger, 1541 (Alte Pinakothek, Munich) (Photo credit: Wikipedia)

Quellen:

Artikel “Wird die Fuggerei Unesco Welterbe?” in der Augsburger Allgemeine vom 28.08.2008

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Wird-die-Fuggerei-Unesco-Welterbe-id4059621.html

Artikel „Fugger ziehen für ihren Namen vor Gericht“ in der Augsburger Allgemeine vom 17.11.2008 http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Fugger-ziehen-fuer-ihren-Namen-vor-Gericht-id4542541.html

 

 

Artikel „Skurrile Wende im Streit um Welterbe-Titel“ in der Augsburger Allgemeine vom 23.01.2009

 

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Skurrile-Wende-im-Streit-um-Welterbe-Titel-id4984291.html

Korkgeld Prozess – Hochzeit 2009, Urteil 2010

Wie in anderen Fällen sollte auch hier nicht nur das Gebäude, sondern auch der gesamte Service mit Speisen, Getränken, Personal und Raumausstattung für eine größere Hochzeit mit 80 Personen vermietet werden.

Vielleicht hätte dem Brautpaar die Benennung des Hauses nach der seinerzeit äußerst umstrittenen Tänzerin, die schließlich in Bayern eine Staatskrise auslöste und zur Abdankung des Königs führte, zu denken geben sollen.

English: Justitia statue on top of the Palace ...

English: Justitia statue on top of the Palace of Justice, Munich, Germany. At both sides: Innocence (left) and Vice (right). Deutsch: Statue der Justitia am Giebel des Justizpalastes in München. Architekt: Friedrich von Thiersch. Fertiggestellt: 1897. Weitere Figuren: Unschuld (links) und Laster (rechts). (Photo credit: Wikipedia)

Jedenfalls entzündete sich ziemlich schnell und ganz unfeierlich der Streit zwischen Vermieter und Mieter an verschiedenen Punkten, so u. a. wie hoch das „Korkgeld“ bei Fremdcatering sein dürfte und für wie viel vermieterseitig gestelltes Personal das mietende Brautpaar bezahlen sollte.“

Man sollte sich gut überlegen, wie und wo man seine Hochzeit feiert.

Quellen:

AG München, Urteil vom 1. April 2010, Az. 453 C 20895/09 http://openjur.de/u/483695.html

Der besondere Fall „Hochzeit im „königlichen Liebesnest“ http://www.iww.de/mk/archiv/der-besondere-fall-hochzeit-im-koeniglichen-liebesnest-f17063

Warum wird bei s.g. Lola Montez Haus in München manchmal das Baujahr 1820 gefunden?

Ein normaler Mensch, der sich das Programm zum Tag des offenen Denkmals anschaut, findet beim s.g. Lola-Montez-Haus bis zum Jahr 2012 (für 2013 noch nicht veröffentlicht) folgenden Eintrag:

Nebenhaus des Gutshofs Menterschwaige, auch königliches Liebesnest genannt. Wohl um 1820 erbaut. Ursprünglich Schmiede und Wohnung des Schmieds. Im Schweizer Landhausstil errichtetes Salettl mit Holzaufbau, OG mit Schlafkojen, dahinter befinden sich die Stallungen der Wittelsbacher Königsfamilie. Lola Montez, spanische Tänzerin, für die Ludwig I. seine Krone opferte, fand auf dem Gutsgelände für eine unbestimmte Zeit Unterschlupf bevor sie München verließ.“

Lola Montez, Irish-born mistress to King Ludwi...

Lola Montez, Irish-born mistress to King Ludwig I of Bavaria. Her real name was Eliza Gilbert (Photo credit: Wikipedia)

Anfrage bei der zuständigen „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ ergibt, daß diese Informationen vom Betreiber des Denkmals stammen und nicht überprüft wurden.

Warum aber sollte Herr Frank Maria Wiedenmann, der im Falle des s.g. Lola-Montez-Hauses in heiliger Dreifaltigkeit sowohl den Eigentümer, als auch den Betreiber sowie den Vermieter gibt, ein falsches Baujahr angeben?

Gute Frage, in der Tat.

Ein normaler Mensch denkt jetzt: der Mann weiß es nicht besser.

Falsch gedacht, er weiß es. Dazu muß man nur ein bisschen in der Zeit zurückgehen, nämlich bis zum Jahr 1997. Da hatte Herr Frank Maria Wiedenmann das Häuschen gerade gekauft und war fleißig am Renovieren. Da ließ er unter den vielen Zeitungsartikeln aus jener Zeit in der tz (deutsche Boulevard-Tageszeitung ) unter dem Titel „Der erste Beweis: Hier war das Liebesnest des Königs seinen Architekten sagen: „Das Haus stand nachweislich um 1848 schon.“ und auf die Frage „Wo stand denn das Schlafzimmer der Dame?“ zu antworten „Mit Sicherheit im ersten Stock.“ Man kann da lesen, daß andere Teile der Bausubstanz das Denkmalschutzamt um 1800 datiere. Weiterhin wird in diesem Artikel ausgeführt, daß diese sensationellen Ergebnisse beweisen würden, daß dieses Haus keineswegs erst 20 Jahre nach der Abdankung von König Ludwig I. (also 1868) gebaut wurde, wie es in den Archiven steht.

1997 TZ_Balken

Dazu wird noch ein Foto geboten mit der Beschreibung: „Wo jetzt ein Gartentisch steht, war das Bett der Tänzerin.“

Das sind so unglaubliche Befunde, daß man es sich auf der Zunge zergehen lassen muß!

Es fehlen jegliche Beweise warum, wer auch immer, welche Teile auch immer, auf das Jahr1800 oder ähnlich datiert. Hatte dieser erwähnte Balken eine eingravierte Jahreszahl? Wohl nicht, denn das hätte man dem interessierten Leser nicht vorenthalten. Hatte man ihn ein wenig zersägt und dendrochronologisch bestimmt? Oder womöglich die C14-Methode angewandt? Wir wissen es nicht, denn man hüllt sich vornehm in Schweigen.

Selbst wenn irgendein Bauteil aus der Zeit um 1800 stammen sollte, so haben unser Bauherr und sein Architekt vermutlich noch nie davon gehört, daß alle Menschen – immer und überall – brauchbare Bauteile wiederverwendet haben.

Zurück zum Thema: Dieser Artikel beweist vor allem, daß unser Bauherr und sein Architekt die deutlich spätere Baujahrdatierung, nämlich frühestens ab 1858 sehr wohl kannten.

In diesem Zusammenhang ist das folgende Gemälde von Breitmann vom großen Interesse. Es taucht in einem Katalog auf und wurde bei einem Antiquariat vor kurzem verkauft.

1837 Breitmann Menterschwaige Nebengeb

Gouache von Breitmann, signiert, bez. und datiert 1837, 16,3 x 20,8 cm „Das sog. Lola-Montez-Haus bei der Menterschwaige. Das Nebenhaus mit Außentreppe inmitten von hohen Bäumen.“ Seite 14, Nr. 16 http://www.antiquare.de/fileadmin/user_upload/Kataloge/Grahamer_Katalog_142_A4quer_internet.pdf

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königlich...

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königliches Liebesnest“, ein kleines Gebäude im Schweizer Landhausstil am Isarhochufer im Münchner Stadtteil Harlaching (Photo credit: Wikipedia)

Na nu, werden Sie sagen: Das sieht aber ganz anders aus, als das Haus, das zur Zeit als das Lola Montez Haus firmiert! Und wie konnte es der Maler Breitmann im Jahr 1837 malen? Vielleicht, weil es damals da stand? Vielleicht, weil diese ganze Geschichte mit alten Balken und noch älterer Bausubstanz nur ein weiteres Märchen ist, an dem die fesche Lola Montez – die es bekanntlich mit der Wahrheit nicht so genau nahm – ihre Freude gehabt hätte.

Ach, wir haben fast etwas vergessen, nämlich den zweiten Teil der Behauptung, mit der wir angefangen haben: „Lola Montez, spanische Tänzerin, für die Ludwig I. seine Krone opferte, fand auf dem Gutsgelände für eine unbestimmte Zeit Unterschlupf bevor sie München verließ.“

Abgesehen davon, daß die attraktive Lola Montez keine Spanierin, sondern Irin war, war sie natürlich nachweislich zur Zeit ihrer Flucht aus München, die genau zwei Tage dauerte, niemals in der Menterschwaige gewesen. Einzelheiten dazu lesen Sie bitte in dem Posting: Warum heißt ein Haus im Schweizerstil in München „Lola Montez Haus“?

Warum heißt ein Haus im Schweizerstil in München “Lola Montez Haus”?

Lola Montez, Irish-born mistress to King Ludwi...

Lola Montez, Irish-born mistress to King Ludwig I of Bavaria. Her real name was Eliza Gilbert (Photo credit: Wikipedia)

Nein, nicht wie Sie denken. Nein, nicht wie überall herum posaunt wird. Das wäre viel zu einfach.

Die berüchtigte Tänzerin und Hochstaplerin Lola Montez war niemals in diesem Haus.

Als sie König Ludwig I. um den kleinen Finger wickelte, schenkte er ihr unter anderem auch ein Haus in der Barerstrasse Nr. 7 in München, wo er sie sehr häufig besuchte. Auch als sie aus München fliehen musste, hat sie nicht im Schweizerhaus in der Menterschwaige übernachtet, sondern in einem Gasthof in Großhesselohe, wie ein von ihr geschriebener Brief vom 11.02.1848 belegt. Die zweite Nacht verbrachte sie auf Schloss Blutenburg und floh danach in die Schweiz.

Selbst wenn sie gewollt hätte, sie hätte niemals im Schweizerhaus übernachten können, noch jemals ihren Ludwig dort treffen können. Warum? Ganz einfach, es war noch gar nicht gebaut. Laut dem baugeschichtlichen Atlas der Stadt München, wurde das Schweizerhaus erst nach 1858 verzeichnet, Lola Montez musste aber schon zehn Jahre vorher, nämlich 1848 München für immer verlassen.

Das Haus heißt so, legt ein Kommentar zu einem interessanten Gerichtsurteil vom 01.04.2010 über ein allzu hohes „Korkgeld“ nahe, weil die Namensgeberin eben eine berühmte Schwindlerin war.

Warum aber – fragt sich der interessierte Leser – sollte jemand all die Mühe mit einer solchen Legendenbildung auf sich nehmen?

Richtig, Sie ahnen es schon. Die Antwort kann man in einem weiteren Artikel in der Süddeutschen Zeitung nachlesen: „Auch der heutige Eigentümer Frank Wiedenmann, der das Anwesen 1998/99 aufwendig sanieren und im Stil um 1850 samt liebevoller Details einrichten ließ, nährt diese Geschichte. Kritiker unterstellen dem Geschäftsmann, dass es ihm dabei vor allem um die lukrative Vermietung für Privatveranstaltungen gehe.“

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königlich...

Deutsch: Das Lola-Montez-Haus, auch „königliches Liebesnest“, ein kleines Gebäude im Schweizer Landhausstil am Isarhochufer im Münchner Stadtteil Harlaching (Photo credit: Wikipedia)

Quellen:

Buch von Dorle Gribl: Harlaching und die Menterschwaige – Vom Edelsitz zur Gartenstadt. Buchendorfer, München 2004, ISBN 3-937090-05-3, Seiten 178–181

Artikel „Sorge dich nicht um mich“ in der Süddeutschen Zeitung vom 04.11.2011 http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1227511

Artikel „Lebenslandschaft Münchner Süden“ in der Süddeutschen Zeitung vom 03.01.2013 http://www.gartenstadt-harlaching.de/inhalte/presse/sz_03-01-13_r9.pdf

Schreiben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege an die Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 01.07.1988

AG München, Urteil vom 1. April 2010, Az. 453 C 20895/09 http://openjur.de/u/483695.html

Der besondere Fall „Hochzeit im „königlichen Liebesnest“ http://www.iww.de/mk/archiv/der-besondere-fall-hochzeit-im-koeniglichen-liebesnest-f17063

Artikel „Legende um das Lola-Montez-Haus“ in der Süddeutschen Zeitung vom 06.09.2012

2012-09-06 SZ_LMH Legende