Category Archives: Prozesse und Gerichte des FMW

Firmen, Beschäftigungen und was daraus wurde

Auf der Seite von little-ART findet sich (etwas versteckt) diese biografische Information:

Frank Maria Wiedenmann … Nach einer Ausbildung zum Werbekaufmann studierte er an der Bayerischen Akademie der Werbung und gründete 1968 die Werbeagentur FM Wiedenmann. …“

Zu dieser Agentur lässt sich nichts mehr finden, weshalb man annehmen kann, daß sie irgendwann wieder aufgelöst wurde. Ab 1975 war Herr Wiedenmann im Bildungsbereich tätig und zwar mindestens „20 Jahre Chairman of the Board der größten europäischen privaten Erwachsenenbildungseinrichtung“ laut der Information auf seiner Homepage.

Durch den Artikel Statt der DV läuft jetzt der Streit vor Gericht“ in der Computerwoche vom  25. März 1983 lernen wir, daß es sich hierbei um die “Sight & Sound”-Privatschulkette handelt und daß Herr Wiedenmann schon seit März 1981 Probleme mit seinen drei gleichzeitig bestellten EDV-Beratern hatte.

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen haben mittlerweile ein beträchtliches Ausmaß erreicht. Die DRO verklagte im Februar letzten Jahres Sight & Sound auf Zahlung der noch ausstehenden Forderung von rund 33 000 Mark für ihre Beratungsleistung: Sight & Sound konterte mit einer Klageerwiderung im April und verkündete Mitte Oktober 1982 auch der msg noch den Streit in diesem Fall. Wang verklagte Sight & Sound, um auf diesem Wege die restlichen 71 000 Mark für die gelieferte Hardware einzutreiben; Sight & Sound reichte Anfang Dezember 1982 eine Wiederklage ein, machte seinerseits Schadensersatzforderungen in Höhe von 550 000 Mark geltend und verkündete gleichzeitig wiederum der msg und der DRO den Streit.“

Man regelte das Ganze also vor Gericht, was dabei genau herauskam wurde nicht publiziert.

Aus dem Artikel im Spiegel vom 02. April 1984 erfahren wir, daß Herr Wiedenmann zu jener Zeit als Generalbevollmächtigter der Sight & Sound Herrn Josef Stingl (einen früheren Präsidenten der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit) als Aufsichtsartvorsitzenden holte.

Wir fragen uns ob Generalbevollmächtigter das gleiche wie Chairman bedeutet?

Am 01. Dezember 1989 können wir dann im Manager Magazin lesen, daß Herr Wiedenmann die Firma Sight & Sound zum Konkurs anmelden mußte. Dabei gab es offenbar erhebliche Differenzen mit der Kredit gebenden Bank. Siehe dazu auch die Einträge im Bundesanzeiger. Dabei fällt unter anderem auf, daß im Eintrag vom 22. Juni 1988 die Firma Sight & Sound bei der Firma Frank Maria Wiedenmann GmbH & Co. KG als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten ist, möglicherweise auch umgekehrt. Sicher ist, daß etwas später beide Firmen Konkurs anmeldeten.

27.05.2003Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Löschung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 80315 München (HRB40058)
… HRB 40058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968 München (von-der-Tann-Str. 11 a, 80539 München …
Bekanntmachung ( 44 Wörter ) 2,74 €
15.07.1989Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (HRB40058)
… HRB 40 058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, München. Die Gesellschaft ist durch Ablehnung …
Bekanntmachung ( 49 Wörter ) 2,74 €
22.06.1988Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
Werbeagentur Frank Maria Wiedenmann – GmbH & Co. KG
Amtsgericht: 8000 München (HRA45866)
… Als persönlich haftender Gesellschafter ist eingetreten: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, Sitz München. Als persönlich haftender Gesellschafter …
Bekanntmachung ( 58 Wörter ) 2,74 €
26.02.1987Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (HRB40058)
… HRB 40 058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, München. Einzelprokura: Dr. Wiedenmann Evelyn, München. …
Bekanntmachung ( 44 Wörter ) 2,74 €
02.06.1989Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Konkurse, Gesamtvollstreckungs- und Vergleichsverfahren
Sight & Sound 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethode mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (32N21489)
Bekanntmachung ( 138 Wörter ) 2,74 €

Anscheinend bestand eine Dependance der Firma Sight & Sound unter der Ägide von Herrn Wiedenmann auch in der Schweiz, denn im dortigen Register finden sich ebenfalls Einträge über deren Liquidation.

Seit mindestens 1988 bestand die nächste Firma namens Frank Maria Wiedenmann GmbH & Co. KG, die aber im Jahr 1993 wegen Konkurs, Gesamtvollstreckungs- oder Vergleichsverfahren aufgelöst wurde, siehe entsprechende Einträge im Bundesanzeiger. Bundesanzeiger 1988-1993

Am 23. August 2002 lesen wir im B4B Schwaben erstmals die Eckdaten zur “Augsburg AG” mit der man die Schlagkraft der städtischen Wirtschaftsförderung erhöhen wollte.

Als Projektteam stellte der Oberbürgermeister Frank Maria Wiedenmann vor, in dessen Vita sich eine 32-jährige Erfahrung als Unternehmer im internationalen Marketing und Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen findet. Wiedenmann, der die Wirtschaftsförderung in Deutschland, Schweiz, England und China erfolgreich betrieben hat und nicht ohne Stolz in seine Heimatstadt Augsburg zurückfindet, spricht von einer konzertierten Aktion.“

In seinem eigenen Positionspapier zu Augsburg AG, beklagt Herr Wiedenmann von Anfang an ganz massiv:

Die Realisation erkennbarer Vermarktungsmöglichkeiten scheitert an fehlenden wirtschaftlichen Voraussetzungen.“ Vereinfacht gesagt: es gibt nicht genug Geld.

Am 13. November 2007 lesen wir im in der Augsburger Zeitung:

Leypoldt, der in politischen Kreisen keinen Rückhalt mehr besitzt, muss sich möglicherweise noch mit einem kritischen kommunalen Prüfungsbericht herumschlagen. Dieser wird derzeit ausgearbeitet. Dem Vernehmen nach listet er viele offene Fragen auf, die es in den Geschäftsbeziehungen zwischen AG und Stadt gibt.“

Am 3. August 2009 lesen wir im in der Augsburger Zeitung, daß die Augsburg AG in mehrere Firmen und andere Strukturen aufgeteilt wurde. Dabei hat die Stadt auf viel Geld verzichtet, nur um das Problem endlich loszuwerden.

Zusätzliche Belastungen für die Stadt entstehen laut Bubmann und Augsburg-GmbH-Geschäftsführer Thiel durch die Umwandlung nicht. Für 2009 hätten der Augsburg AG ohnehin 735.000 Euro zugestanden, 235.000 Euro an Haushaltsmitteln aus dem Haushalt 2009 und weitere 500.000 Euro aus einem Werbevertrag, bei dem die Stadt zugunsten der AG auf die Einnahmen verzichtet hatte. Die erste Hälfte dieses Budgets floss im 1. Halbjahr 2009 an die Nachfolgerin Augsburg GmbH, die daraus die Abwicklung der Augsburg AG bestritt, einschließlich der sechsstelligen Abfindungszahlung an Ex-Vorstand Leypoldt. “Das ging auf”, so der Wirtschaftsreferent. Der Rest des Augsburg-AG-Budgets wird im 2. Halbjahr direkt an die neu gegründeten GmbHs fließen.“

Gehen wir fehl in der Annahme, daß sich hier ein paar zwielichtige Gestalten auf Kosten der Allgemeinheit erheblich bereichert haben?

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Erstanwender nimmt sich drei verschiedene Partner – 1983

 

Es geht um die Frage, wer für den Zusammenbruch der von Erstanwender Sight &
Sound Erste Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden, München,
georderten Individual- und Standardsoftware verantwortlich ist: …

Deutsch: Justitia auf Deutschlandkarte

Deutsch: Justitia auf Deutschlandkarte (Photo credit: Wikipedia)

Nach Angaben von DRO-Chef Ott präsentierte Sight & Sound-Geschäftsführer Frank
Wiedenmann mit Axel Marfels überraschend einen neuen DV-Projektleiter. Dieser habe sogleich dafür plädiert, weitere, noch nicht einmal von seiten seines Hauses definierte Aufgaben in das Anwendungshandbuch einzubeziehen. …

Der Leiter der Münchener Wang-Dependance, Dr. Ott, der sich nach eigenem Bekunden
als Moderator versuchte, meint dagegen in Übereinstimmung mit msg, Sight & Sound sei Schuld an der verfahrenen Situation, da das Unternehmen Anforderungen und Ansprechpartner in der wichtigsten Phase geändert habe. Die DRO hält das Verhalten von Sight & Sound für fragwürdig.“

Quelle:

Artikel „Statt der DV läuft jetzt der Streit vor Gericht“ in der Computerwoche vom 25.03.1983 

http://www.computerwoche.de/a/statt-der-dv-laeuft-jetzt-der-streit-vor-gericht,1178059

Qualitätssiegel gutes Lernen – 1998 Zwei Unterlassungserklärungen

Am 20.02.1998 erschien ein Artikel unter dem Titel „Weiterbildung unter der Lupe“.

Ein Arbeitskreis in München testet Weiterbildungsinstitute auf Herz und Nieren. “Nirgendwo gibt es so viel Scharlatanerie wie in der Weiterbildung”, wettert Frank Maria Wiedenmann, Mitbegründer des Münchner Arbeitskreises “Qualitätssiegel Gutes Lernen”. Die Initiative, geleitet von drei ehemaligen Dozenten aus der Erwachsenenbildung, betrachtet es als Aufgabe, die schwarzen Schafe aus der Masse des Angebots herauszufinden. …

So erfand Frank Maria Wiedenmann 1998 das “Qualitätssiegel gutes Lernen”, und die Presse lobte die Initiative. Aber die Prüfkriterien waren läppisch, die Preise für das Siegel hoch. Es folgten zwei Unterlassungserklärungen von der Zentrale zur Bekämpfung von unlauterem Wettbewerb, bis der Werbefachmann mit Professorentitel seine clevere Geschäftsidee einstellte.

So bleibt leider vieles ungeklärt. Zum Beispiel, woher der Werbefachmann seinen Professortitel hat oder was die „THINKTANK Corporation, New York“ ist, als dessen Präsident Wiedenmann angeblich im Who’s who geführt wurde.“

Quellen:

Buch von Bärbel Schwertfeger; Die Bluff-Gesellschaft, ISBN-13: 978-3527500383, Verlag: Wiley-VCH; Auflage: 1, 2002, Seiten 167-168 (http://de.scribd.com/doc/28572759/Die-Bluff-Gesellschaft)

Weiterbildung unter der Lupe, Seite 42 http://www.genios-fachpresse.de/artikel,WUV,19980220,weiterbildung-unter-der-lupe,0298200140.html

Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 6. Juni 1998

Artikel „Qualitätssiegel Gutes Lernen eingestellt“ im Training aktuell 07/98 vom 07.07.1998 http://www.managerseminare.de/ta_News/Qualitaetssiegel-Gutes-Lernen-eingestellt,78047

Artikel Die Bluff-Gesellschaft: “Oh, Sie sind ein Apfelsaft-Typ” im Spiegel vom 12.11.2002 http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/die-bluff-gesellschaft-oh-sie-sind-ein-apfelsaft-typ-a-220656.html

Welterbe-Titel Prozess – 2008

Die Namensrechte steht nach Ansicht der Familie einzig und allein den Fuggern zu. Wiedenmann solle die Rechte zurückgeben, die Gebühren für die Eintragung würden ihm erstattet.

Der Professor aber forderte eine höhere Aufwandsentschädigung.

In einer Auflistung, die der AZ vorliegt, sind von rund 30 000 Euro die Rede – mehrstündige Informationsgespräche, Zugfahrten und Telefonate inbegriffen.

“Da drängt sich bei uns der Verdacht auf, dass es Herrn Wiedenmann nur darum ging, Kapital aus der Sache zu schlagen”, sagt Jurist Mayer.


Fugger ziehen für ihren Namen vor Gericht – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Fugger-ziehen-fuer-ihren-Namen-vor-Gericht-id4542541.html

Die Fugger’schen Stiftungen nahmen sich einen Anwalt, man zog vor Gericht, obwohl dies eigentlich völlig unnötig war…“

Christoph Fugger, by Christoph Amberger, 1541 ...

Christoph Fugger, by Christoph Amberger, 1541 (Alte Pinakothek, Munich) (Photo credit: Wikipedia)

Quellen:

Artikel “Wird die Fuggerei Unesco Welterbe?” in der Augsburger Allgemeine vom 28.08.2008

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Wird-die-Fuggerei-Unesco-Welterbe-id4059621.html

Artikel „Fugger ziehen für ihren Namen vor Gericht“ in der Augsburger Allgemeine vom 17.11.2008 http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Fugger-ziehen-fuer-ihren-Namen-vor-Gericht-id4542541.html

 

 

Artikel „Skurrile Wende im Streit um Welterbe-Titel“ in der Augsburger Allgemeine vom 23.01.2009

 

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Skurrile-Wende-im-Streit-um-Welterbe-Titel-id4984291.html

Korkgeld Prozess – Hochzeit 2009, Urteil 2010

Wie in anderen Fällen sollte auch hier nicht nur das Gebäude, sondern auch der gesamte Service mit Speisen, Getränken, Personal und Raumausstattung für eine größere Hochzeit mit 80 Personen vermietet werden.

Vielleicht hätte dem Brautpaar die Benennung des Hauses nach der seinerzeit äußerst umstrittenen Tänzerin, die schließlich in Bayern eine Staatskrise auslöste und zur Abdankung des Königs führte, zu denken geben sollen.

English: Justitia statue on top of the Palace ...

English: Justitia statue on top of the Palace of Justice, Munich, Germany. At both sides: Innocence (left) and Vice (right). Deutsch: Statue der Justitia am Giebel des Justizpalastes in München. Architekt: Friedrich von Thiersch. Fertiggestellt: 1897. Weitere Figuren: Unschuld (links) und Laster (rechts). (Photo credit: Wikipedia)

Jedenfalls entzündete sich ziemlich schnell und ganz unfeierlich der Streit zwischen Vermieter und Mieter an verschiedenen Punkten, so u. a. wie hoch das „Korkgeld“ bei Fremdcatering sein dürfte und für wie viel vermieterseitig gestelltes Personal das mietende Brautpaar bezahlen sollte.“

Man sollte sich gut überlegen, wie und wo man seine Hochzeit feiert.

Quellen:

AG München, Urteil vom 1. April 2010, Az. 453 C 20895/09 http://openjur.de/u/483695.html

Der besondere Fall „Hochzeit im „königlichen Liebesnest“ http://www.iww.de/mk/archiv/der-besondere-fall-hochzeit-im-koeniglichen-liebesnest-f17063