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Eine weitere unglaubhafte Azubi-Bewertung für das angebliche Lola Montez Haus

Das Mitarbeiterbewertungsportal auf www.kununu.com läuft zur Zeit ganz heiß. Nachdem wir bereits im Juni sowie am 23. November 2013 über die wenig glaubhaften positiven Bewertungen für das angebliche Lola Montez Haus berichtet haben, erschien am 26.11.2013 eine Bewertung eines Mitarbeiters in Ausbildung, also Azubi. Interessanterweise verschwand eine ähnliche Bewertung als Mitarbeiter erst vor kurzem, weitere Einzelheiten siehe hier.

Nach unserer Kritik hat man wohl darauf geachtet, nicht einfach überall 5 Sterne zu geben und man hat sich außerdem bemüht einen Kommentar abzugeben.

Der Azubi gibt nun also 4,8 Punkte von maximal 5 möglichen und behauptet Spaß zu haben, gefördert zu werden und die Kunden seien glücklich, ob nun wegen diesem Azubi oder wegen etwas anderem bleibt offen. Es herrsche „Eine wunderbare Atmosphäre, die jungen Menschen eine Chance gibt!“

Wow, da sind wir ganz platt; seit wann ergeben sich Chancen durch eine Atmosphäre? Läßt sich dort dadurch besser atmen oder was? Eine Chance worauf bitteschön? Leider wissen wir nicht, was unser Azubi dort lernt, was wir aber wissen, ist „Klar schafft man diesen Job nicht mit 40 Stunden die Woche, aber das spielt keine Rolle, solang die Arbeit Spaß macht …“

Aha, jetzt lernen wir, daß unser Azubi eigentlich ständig mehr als 40 Stunden arbeitet. Ganz nebenbei, für Azubis unter 18 Jahren ist dies verboten. Wir wissen aber nicht, wie alt unser begeisterter Azubi ist, also wollen wir wohlwollend annehmen, daß er/sie schon 18 Jahre alt ist. Trotzdem ist es äußerst selten, daß gerade ein Azubi derart arbeitsgeil ist, daß er/sie gerade die langen Arbeitsstunden als etwas positives anführt und auch die gewählte Sprache ist nicht gerade Azubi-like.

Den Abschuß bildet aber der Hinweis auf „eine Reihe glücklicher Kunden“. Alle Achtung, hier haben wir einen äußerst mustergültigen Azubi, dem das Wohl seines Chefs und das Wohl seiner Kunden dermaßen am Herzen liegt, daß vermutlich sein/ihr Gewicht mit Gold aufgewogen wird.

Wie ließe sich sonst eine solch überbordende Begeisterung erklären, insbesondere wenn man sieht, wie die meisten anderen Mitarbeiter geurteilt haben und angesichts der Tatsache, daß die durchschnittliche Arbeitsdauer im angeblichen Lola Montez Haus nur 2 bis 6 Monate beträgt? Da wird unser Azubi am Ende seiner Ausbildung höchstwahrscheinlich der dienstälteste Mitarbeiter sein, wobei dies bei der super Förderung die er/sie erhält sicherlich ganz einfach sein wird.

Oder – nur so ein kleiner Gedanke am Rande –, könnte diese Bewertung womöglich ein Fake sein?

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Friedhof der gelöschten Beiträge zum angeblichen Lola Montez Haus

Wie bereits hier vorhergesagt, verschwinden gelegentlich Beiträge aus dem Internet, die das angebliche Lola Montez Haus oder dessen Inhaber zum Thema haben. Es ist mitnichten so, daß Nichts aus dem Netz verschwinden würde. Leider ist genau das Gegenteil wahr.

Wir wollen uns nun diese Zensur anhand des angeblichen Lola Montez Hauses etwas näher ansehen und gleichzeitig wollen wir den verschwundenen Beiträgen hiermit einen Denkmal setzen.

Es gab einmal auf der Plattform „qype“ 5 Beiträge zum angeblichen Lola Montez Haus. Diese Plattform gibt es nun nicht mehr, sie ist kürzlich in die neue Seite „yelp“ Plattform integriert worden und der folgende Beitrag vom 28.08.2013 ist „Abrakadabra“ nicht mehr da.

Beitrag qype 28.08.2013

Wir finden, daß solche Beiträge sehr nützlich sind, wenn man selbst am überlegen ist evtl. eine Feier dort auszurichten.

Suchmaschine Info 30.11.2013

Bei einer entsprechender Suche konnte man kürzlich den obigen Beitrag noch erahnen, ihn aber noch anzuklicken gelingt nicht mehr. Er ruhe im Frieden.

Am 04.04.2013 wurde in einem Forum ein Beitrag gepostet, hier ein Auszug:

Beitrag Forum 04.04.2013

Nach etwa 3 Monaten verschwanden die folgenden 2 Sätze: Im Nachgang wurde ich mit Drohungen bzw. Schadensersatzforderungen gerade zu überhäuft. Schön war hierbei, wie sich das wahre Gesicht von Herrn W. Zeigte.Diese Sätze mögen nun im Frieden ruhen.

Vielleicht fragen Sie sich, warum diese Sammlung noch komplett ist? Es dürfte im wesentlichen daran liegen, daß wir niemanden etwas verkaufen wollen und nur an der Wahrheit interessiert sind.

Wenn Sie gerne hier etwas posten wollen, können Sie es als Kommentar zu einem entsprechenden Artikel machen. Besorgen Sie sich am besten eine beliebige Identität mit einer nur kurzzeitig geltenden Email und tun Sie Ihre Meinung kund. Versuchen Sie aber trotzdem objektiv zu schreiben, denn z.B. wüste Beleidigungen würden wir auch nicht stehen lassen wollen.

Firmen, Beschäftigungen und was daraus wurde

Auf der Seite von little-ART findet sich (etwas versteckt) diese biografische Information:

Frank Maria Wiedenmann … Nach einer Ausbildung zum Werbekaufmann studierte er an der Bayerischen Akademie der Werbung und gründete 1968 die Werbeagentur FM Wiedenmann. …“

Zu dieser Agentur lässt sich nichts mehr finden, weshalb man annehmen kann, daß sie irgendwann wieder aufgelöst wurde. Ab 1975 war Herr Wiedenmann im Bildungsbereich tätig und zwar mindestens „20 Jahre Chairman of the Board der größten europäischen privaten Erwachsenenbildungseinrichtung“ laut der Information auf seiner Homepage.

Durch den Artikel Statt der DV läuft jetzt der Streit vor Gericht“ in der Computerwoche vom  25. März 1983 lernen wir, daß es sich hierbei um die “Sight & Sound”-Privatschulkette handelt und daß Herr Wiedenmann schon seit März 1981 Probleme mit seinen drei gleichzeitig bestellten EDV-Beratern hatte.

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen haben mittlerweile ein beträchtliches Ausmaß erreicht. Die DRO verklagte im Februar letzten Jahres Sight & Sound auf Zahlung der noch ausstehenden Forderung von rund 33 000 Mark für ihre Beratungsleistung: Sight & Sound konterte mit einer Klageerwiderung im April und verkündete Mitte Oktober 1982 auch der msg noch den Streit in diesem Fall. Wang verklagte Sight & Sound, um auf diesem Wege die restlichen 71 000 Mark für die gelieferte Hardware einzutreiben; Sight & Sound reichte Anfang Dezember 1982 eine Wiederklage ein, machte seinerseits Schadensersatzforderungen in Höhe von 550 000 Mark geltend und verkündete gleichzeitig wiederum der msg und der DRO den Streit.“

Man regelte das Ganze also vor Gericht, was dabei genau herauskam wurde nicht publiziert.

Aus dem Artikel im Spiegel vom 02. April 1984 erfahren wir, daß Herr Wiedenmann zu jener Zeit als Generalbevollmächtigter der Sight & Sound Herrn Josef Stingl (einen früheren Präsidenten der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit) als Aufsichtsartvorsitzenden holte.

Wir fragen uns ob Generalbevollmächtigter das gleiche wie Chairman bedeutet?

Am 01. Dezember 1989 können wir dann im Manager Magazin lesen, daß Herr Wiedenmann die Firma Sight & Sound zum Konkurs anmelden mußte. Dabei gab es offenbar erhebliche Differenzen mit der Kredit gebenden Bank. Siehe dazu auch die Einträge im Bundesanzeiger. Dabei fällt unter anderem auf, daß im Eintrag vom 22. Juni 1988 die Firma Sight & Sound bei der Firma Frank Maria Wiedenmann GmbH & Co. KG als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten ist, möglicherweise auch umgekehrt. Sicher ist, daß etwas später beide Firmen Konkurs anmeldeten.

27.05.2003Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Löschung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 80315 München (HRB40058)
… HRB 40058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968 München (von-der-Tann-Str. 11 a, 80539 München …
Bekanntmachung ( 44 Wörter ) 2,74 €
15.07.1989Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (HRB40058)
… HRB 40 058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, München. Die Gesellschaft ist durch Ablehnung …
Bekanntmachung ( 49 Wörter ) 2,74 €
22.06.1988Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
Werbeagentur Frank Maria Wiedenmann – GmbH & Co. KG
Amtsgericht: 8000 München (HRA45866)
… Als persönlich haftender Gesellschafter ist eingetreten: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, Sitz München. Als persönlich haftender Gesellschafter …
Bekanntmachung ( 58 Wörter ) 2,74 €
26.02.1987Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Handelsregister/Veränderung
SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (HRB40058)
… HRB 40 058: SIGHT & SOUND 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethoden mbH seit 1968, München. Einzelprokura: Dr. Wiedenmann Evelyn, München. …
Bekanntmachung ( 44 Wörter ) 2,74 €
02.06.1989Firmeninformationen Bundesanzeiger – Handelsregister-Bekanntmachungen / Konkurse, Gesamtvollstreckungs- und Vergleichsverfahren
Sight & Sound 1. Gesellschaft für programmierte Lehrmethode mbH seit 1968
Amtsgericht: 8000 München (32N21489)
Bekanntmachung ( 138 Wörter ) 2,74 €

Anscheinend bestand eine Dependance der Firma Sight & Sound unter der Ägide von Herrn Wiedenmann auch in der Schweiz, denn im dortigen Register finden sich ebenfalls Einträge über deren Liquidation.

Seit mindestens 1988 bestand die nächste Firma namens Frank Maria Wiedenmann GmbH & Co. KG, die aber im Jahr 1993 wegen Konkurs, Gesamtvollstreckungs- oder Vergleichsverfahren aufgelöst wurde, siehe entsprechende Einträge im Bundesanzeiger. Bundesanzeiger 1988-1993

Am 23. August 2002 lesen wir im B4B Schwaben erstmals die Eckdaten zur “Augsburg AG” mit der man die Schlagkraft der städtischen Wirtschaftsförderung erhöhen wollte.

Als Projektteam stellte der Oberbürgermeister Frank Maria Wiedenmann vor, in dessen Vita sich eine 32-jährige Erfahrung als Unternehmer im internationalen Marketing und Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen findet. Wiedenmann, der die Wirtschaftsförderung in Deutschland, Schweiz, England und China erfolgreich betrieben hat und nicht ohne Stolz in seine Heimatstadt Augsburg zurückfindet, spricht von einer konzertierten Aktion.“

In seinem eigenen Positionspapier zu Augsburg AG, beklagt Herr Wiedenmann von Anfang an ganz massiv:

Die Realisation erkennbarer Vermarktungsmöglichkeiten scheitert an fehlenden wirtschaftlichen Voraussetzungen.“ Vereinfacht gesagt: es gibt nicht genug Geld.

Am 13. November 2007 lesen wir im in der Augsburger Zeitung:

Leypoldt, der in politischen Kreisen keinen Rückhalt mehr besitzt, muss sich möglicherweise noch mit einem kritischen kommunalen Prüfungsbericht herumschlagen. Dieser wird derzeit ausgearbeitet. Dem Vernehmen nach listet er viele offene Fragen auf, die es in den Geschäftsbeziehungen zwischen AG und Stadt gibt.“

Am 3. August 2009 lesen wir im in der Augsburger Zeitung, daß die Augsburg AG in mehrere Firmen und andere Strukturen aufgeteilt wurde. Dabei hat die Stadt auf viel Geld verzichtet, nur um das Problem endlich loszuwerden.

Zusätzliche Belastungen für die Stadt entstehen laut Bubmann und Augsburg-GmbH-Geschäftsführer Thiel durch die Umwandlung nicht. Für 2009 hätten der Augsburg AG ohnehin 735.000 Euro zugestanden, 235.000 Euro an Haushaltsmitteln aus dem Haushalt 2009 und weitere 500.000 Euro aus einem Werbevertrag, bei dem die Stadt zugunsten der AG auf die Einnahmen verzichtet hatte. Die erste Hälfte dieses Budgets floss im 1. Halbjahr 2009 an die Nachfolgerin Augsburg GmbH, die daraus die Abwicklung der Augsburg AG bestritt, einschließlich der sechsstelligen Abfindungszahlung an Ex-Vorstand Leypoldt. “Das ging auf”, so der Wirtschaftsreferent. Der Rest des Augsburg-AG-Budgets wird im 2. Halbjahr direkt an die neu gegründeten GmbHs fließen.“

Gehen wir fehl in der Annahme, daß sich hier ein paar zwielichtige Gestalten auf Kosten der Allgemeinheit erheblich bereichert haben?